Letzte Adventstür im Neuen Jahr 2017

Einen guten Abend wünsche ich dir!

Vielleicht hattest du an Heiligabend vergeblich auf eine Weihnachtsmail von mir gewartet, und auch zu den Raunächten hatte ich angekündigt, einige Informationen und Ideen zu schreiben.

Es tut mir leid, dass ich dem nicht entsprochen habe.

In meiner großen Familie waren die Tage ganz und gar mit prallem Leben gefüllt, nachdem unsere Kinder mit ihren Partner/Innen aus allen Himmelsrichtungen bei uns zusammengeströmt waren.

Es war ein großes Geschenk für mich, sie fast alle hier zu haben und gemeinsam mit den neu Hinzugekommenen den Raum für die vertraute Familienenergie, und auch für neues Kennenlernen, kreieren zu können.

Ich bin zutiefst dankbar für jede dieser Begegnungen und Stunden, und agierte doch gleichzeitig an den Grenzen meiner Kapazität entlang, so dass mir kein Blick über den Raum der Familie hinaus möglich war.

Als dann wieder Ruhe einkehrte in unsere Räume, brauchte ich dringend das Eintauchen in die Energie der Raunächte in Form von entschiedenem Rückzug und häufigem erholsamen Schlafen.

So möchte ich jetzt heute zum Neuen Jahr den Adventskalender 2016 zum Abschluss bringen.

Zuvor möchte ich dir noch eine Geschichte schenken, die nach meinen Recherchen zum ersten Mal im Oktober 2016 irgendwo im Internet gepostet wurde und in den vergangenen zwei Tagen – mit gutem Grund, finde ich – eifrig hin und her gereicht wurde.

Eines Tages kam ein Professor in die Klasse und schlug einen Überraschungstest vor. Er verteilte sogleich das Aufgabenblatt, das wie üblich mit dem Text nach unten zeigte. Dann forderte er seine Studenten auf, die Seite umzudrehen und zu beginnen. Zur Überraschung aller gab es keine Fragen – nur einen schwarzen Punkt in der Mitte der Seite. Nun erklärte der Professor folgendes:

„Ich möchte euch bitten, das aufzuschreiben, was ihr dort seht.“
Die Schüler waren verwirrt, aber begannen mit ihrer Arbeit.

Am Ende der Stunde sammelte der Professor alle Antworten ein und begann sie laut vorzulesen. Alle Schüler ohne Ausnahme hatten den schwarzen Punkt beschrieben – seine Position in der Mitte des Blattes, seine Lage im Raum, sein Größenverhältnis zum Papier etc.

Nun lächelte der Professor und sagte:
„Ich wollte euch eine Aufgabe zum Nachdenken geben. Niemand hat etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Jeder konzentrierte sich auf den schwarzen Punkt – und das gleiche geschieht in unserem Leben. Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu genießen, aber wir konzentrieren uns immer auf die dunklen Flecken.

Unser Leben ist ein Geschenk, das wir mit Liebe und Sorgfalt hüten sollten und es gibt eigentlich immer einen Grund zum Feiern – die Natur erneuert sich jeden Tag, unsere Freunde, unsere Familie, die Arbeit, die uns eine Existenz bietet, die Wunder, die wir jeden Tag sehen …….

Doch wir sind oft nur auf die dunklen Flecken konzentriert – die gesundheitlichen Probleme, der Mangel an Geld, die komplizierte Beziehung mit einem Familienmitglied, die Enttäuschung mit einem Freund usw.

Die dunklen Flecken sind sehr klein im Vergleich zu allem, was wir in unserem Leben haben, aber sie sind diejenigen, die unseren Geist beschäftigen und trüben.

Nimm den schwarzen Punkte wahr, doch richte Deine Aufmerksamkeit mehr auf das gesamte weiße Papier, und damit auf die Möglichkeiten und glücklichen Momente in Deinem Leben!“

Manche von uns hat das Jahr 2016 das Fürchten gelehrt, wie sie sagen, und in manchen Ausblicken auf das Jahr 2017 war von vielen Sorgen und Ängsten die Rede.

Eine der wirklich seriösen AstrologInnen hat dieser Tage gesagt, sie freue sich sehr auf dieses neue Jahr, weil es uns kollektiv in außergewöhnlichem Maß die Möglichkeiten und Herausforderungen zu Kreativität und neuen Projekten schenken wird.

Unser ganz individuelles Leben hat dann immer noch einmal seine ganz eigene Prägung.

Grundsätzlich gilt: je mehr wir in annehmender, dankbarer Haltung auf das schauen, was ist,

anstatt sofort unsere Bewertungen über die Dinge zu legen,

umso mehr wächst unsere gesunde Kraft, lebensfreundliche Lösungen für das zu finden, was uns als Problem oder Aufgabe entgegenkommt.

Die heilsame Wirkung regelmäßig geübter Dankbarkeit ist mittlerweile sogar wissenschaftlich nachgewiesen.

Wenn du noch einmal ganz bewusst Dankbarkeit üben möchtest für Vergangenes, jetzt, im Moment- und vielleicht auch manchmal und immer wieder im Lauf dieses neuen Jahres, dann magst du dich vielleicht einschwingen in das folgende Lied der Maya-Schamanin Martina Schröder

Und jetzt danke ich dir von Herzen dafür, dass ich dich ein kleines Wegstück lang begleiten durfte.

Ich wünsche dir für dieses neue Jahr 2017 alles, was für dich das Beste ist,

ich wünsche dir, dass du den liebevollen und lichtvollen Segen, der aus der Quelle allen Lebens vorbehaltlos und in reichem Maße strömt, immer mehr wahrnehmen und annehmen kannst, damit es dir gut geht- und ich freue mich darauf, dir wieder hier oder in anderen Zusammenhängen- vielleicht auch in meiner Praxis?- zu begegnen.

Mit herzhaften Grüßen

Christa Maria Mara

27. Tag im Advent 2016

Einen Tagesschritt braucht es noch bis Heiligabend, bis wir die Tatsache feiern, dass die Quelle unseres Lebens einen menschlichen Körper angenommen hat.

Nicht nur für einen Moment der Begegnung, sondern für ein ganzes Leben, mit allen Gefühlen, Erfahrungen, Schmerzen, Ängsten,

in enger Berührung mit vielen Menschen- und,

wenn wir den vielen Informationsquellen glauben, die sich nicht zurechtstutzen ließen von der macht- und ideologie-dominierten kirchlichen Theologie-

ein körperlich liebender Partner für seine Frau Maria aus Magdala/Maria Magdalena.

Ein liebender und herzlich verbundener Freund für viele, weil er Anteil nimmt an ihrem Leben und ihren Bedürfnissen.

Was für eine hohe Wertschätzung des menschlichen Lebens und des menschlichen Körpers!

Die Niederkunft Gottes

und der göttlichen Mutter, die in Wehen liegt,

und presst, stöhnt, vielleicht schreit,

das Kind empfängt in ihren Armen, es stillt,

ganz menschlich, ganz körperlich,

und nicht ohne weisheitsvollen Grund zwischen Ochs und Esel.

Weil alles in diesem Leben und auf dieser Welt so unendlich kostbar ist.

Die große amerikanische Tänzerin/Choreografin und Pädagogin Ruth St. Denise (1879-1968), in deren Verständnis Tanz, Spiritualität und Körper untrennbar zusammengehörten, hat in ihrem Buch „Weisheit kommt tanzend“ in tiefer Dankbarkeit einen Lobpreis auf den Körper geschrieben:

Psalm des Körpers

Wir preisen die Sonne und die Erde und die Sterne.

Wir sehen in ihnen das Werk des Allmächtigen.

Im Leuchten der strahlenden Sonne,

In der blassen Schönheit des Mondes,

Im tiefen Blau des Himmels.

Und in den Rhythmen des Meeres.

All das verdient unseren Lobpreis,

Aber sollten wir nicht viel mehr die Wunder unseres Körpers lobpreisen?

Dieses wundervoll geschwungene Instrument der Seele?

Dieser vollkommene Körper verdient doch unsere Hochachtung:

Seine Leistungsfähigkeit, seine Schönheit-

Sollte dies nicht genauso angebetet werden wie alle anderen Teile

Und Wunder des Universums?

Betrachtet den Kopf!

Wie wunderbar er ist, wie er die fünf Sinne für unseren Kontakt mit der

Welt in sich trägt-

Der Tempel des Geistes oben auf der Säule des Körpers-

Wem gebührt mehr Ehre als den Brauen der Weisheit?

Die Arme und die Hände,

wie stark sie sind, wie geschmeidig und zart,

Wie vielseitig verwendbar.

Der Torso!

Wie er unsere komplizierten Atmungsorgane

Und das wunderbare Schlagen unseres Herzens in sich trägt.

Müssen wir nicht voller Ehrfurcht vor dem Wunder

Unserer Wirbelsäule stehen,

Diesem perfekten Baum?

Und müssen wir uns nicht tief verbeugen vor den nährenden Brüsten?

Und die Hüften?

Leben erschaffende Instrumente, unsichtbar für die Welt.

Die Beine-

Starke Stützen des ganzen Gebäudes.

Und von Freude erfüllte tanzende Füße

Auf ewiger Pilgerschaft.

All das verdient unseren Lobpreis,

Dieses wunderbar geschwungene Instrument der Seele.

Ruth St.Denis

Ich lade dich ein, dir ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, in dich hinein-zu-hören, deinen Körper freundlich zu begrüßen, spüren, wie es ihm geht…

Und dann lass in Worte kommen, wofür du dem wunderbar geschwungenen Instrument deiner Seele dankbar bist.

Ich wünsche dir einen guten Abend mit dir

und grüße dich herzlich

Christa Maria Mara

26. Tag im Advent 2016

Guten Abend,

jetzt, so kurz vor dem Fest, gibt es wahrscheinlich nicht nur bei mir noch einiges zu tun.

Gerade an sehr geschäftigen Tagen ist es besonders wichtig und heilsam,

eine kleine Weile in den Rückzug zu gehen, in die Stille mit sich selbst und der Seele,

oder auch sich anrühren zu lassen von wohltuenden Klängen, Farben Düften,

oder von Wortgebilden, die aus einer tiefen, bewusstseins-erweiternden Erfahrung des Verfassers kommen.

Zu denjenigen Dichtern, denen es gelingt, in mir Türen in weite innere und zugleich kosmische Räume zu öffnen, gehört seit vielen Jahren der Mystiker Rumi.

Der islamische Mystiker Rumi (1207-1273) ist einer der bedeutendsten persischen Dichter des Mittelalters. Er war ein berühmter Gelehrter seiner Zeit und schloss sich dem Sufismus im Islam an. Er gilt als der Gründer des Ordens der tanzenden Derwische.

Heute Abend möchte ich ein Gedicht von ihm mit dir teilen, ohne noch viele Worte dazu zu machen.

Wachs

Wenn ich Dich sehe und sehe, wie Du bist,

schließe ich die Augen vor allem anderen.

Für Dein Salomonssiegel

werde ich durch und durch Wachs.

Ich warte darauf, Licht zu sein.

Ich gebe die Meinungen auf – zu allem und jedem.

Ich werde zum Flötenrohr für Deinen Atemhauch.

Du warst mitten in meiner Hand,

doch ich hörte nicht auf mit der Sucherei.

Ich war mitten in Deiner Hand,

doch ich hörte nicht auf damit,

Schlafmützen Fragen zu stellen.

Wie unfassbar primitiv oder blau oder irre ich war,

in mein eigenes Haus zu schleichen und Geld zu stehlen,

über den Zaun zu klettern,

um an mein Gemüse zu kommen

Aber Schluss damit!

Ich habe mich von der dummen Faust frei gemacht,

die mein innerstes Wesen

eingequetscht und verbogen hat.

Durch mich kommt das Universum.

Durch mich kommt das Licht der Sterne.

Ich bin die Mondsichel über dem Tor zum Fest

Rumi

So, wie das Licht jetzt wieder begonnen hat, zuzunehmen, auch wenn es sich im Moment noch um tägliche Schritte im Sekundenbereich handelt, so hat m Jahr 2012 der viele Jahrtausende dauernde Abstieg an den dunkelsten Punkt ein Ende gefunden, und wir sind jetzt dabei, zunehmend wie das Jahr, unsere lichtvolle Größe, unsere Göttlichkeit in uns leuchten zu lassen und wieder zu erkennen.

So möchte ich dich ermutigen, die letzten Sätze des Gedichtes in dein Herz, in deine Zellen, in dein Sein zu nehmen, und von innen heraus fühlend ganz bewusst zu sprechen:

„Durch mich kommt das Universum,

Durch mich kommt das Licht der Sterne….“

Ich wünsche dir einen guten Abend,

ein erfülltes Ruhen in deiner Göttlichkeit.

Von Herzen grüße ich dich,

Christa Maria Mara

25. Tag im Advent 2016

Einen guten Abend wünsche ich dir

an diesem Tag der Wintersonnenwende.

In allen alten Kulturen wurde dieser Punkt und dieser Zeitraum im Kreis des Jahres in besonderer Weise und mit verschiedenen Ritualen begrüßt und gefeiert, als Ausdruck der Freude und Dankbarkeit dafür,

dass das Leben nicht abbricht, sondern immer wieder eine neue Chance, einen neuen, jungen Anfang bekommt,

dass nach der Dunkelheit und der Nacht das Licht wiederkehrt,

und dass die Liebe wie das neue Licht in unserem Herzen aufleuchtet und wachsen will.

Ich lade dich heute Abend ein, in einen meditativen Gesang einzustimmen und dich hinein- tragen zu lassen in den vertrauensvollen Strom der inneren Gewissheit, dass auch dein Leben, was auch gerade sein mag-, mit neuer Kraft erblühen wird,

auch wenn es manchmal bedeutet, zuvor ganz in die unteren Reiche hinabzusteigen und bereit sein zu müssen, vieles oder gar alles loszulassen.

Noch einmal möchte ich an die Raupe erinnern, die sich während ihres Raupendaseins immer wieder häutet, weil ihre alte Haut zu klein geworden ist und sich nicht mit-dehnen kann. Wenn sie sich dann verpuppt, wirkt sie wie tot, während sie sich innen fast vollkommen in Flüssigkeit auflöst, nur so kann die Metamorphose zum Schmetterling geschehen, der sich in Leichtigkeit und Schönheit in die Lüfte erhebt.

Nicht ohne guten Grund werden die Schmetterlinge gerne als „Boten der Götter“, als „fliegende Edelsteine“ oder als „Kinder der Sonne“ bezeichnet.

Ich hoffe, dass du nicht auf die Idee kommst, du könntest weniger sein!

Die Urmutter der Schöpfung hat in alles und jedes, was aus ihrer Quelle geflossen ist, diese wunderbare Dynamik und Kraft der beständigen Wandlung hineingelegt.

Dieser Wandel ist das Beständige, ist unsere Sicherheit.

Und die Mutter der ganzen Schöpfung
ist die universelle Seele,
die ohne Anfang und Ende ist
und die Quelle der Schönheit und Liebe.

Khalil Gibran

Das Sanskrit –Mantra „SaTaNaMa“ lässt sich übersetzen in „Geburt-Leben-Tod-Wiedergeburt“-

Ich lade dich ein, dich aufrecht hinzusetzen,

deine Augen zu schließen

und dann lehne dich mit deinem Rücken achtsam hinein in deine Seele wie eine bequeme Lehne, die dich stützt und hält. Deine Seele fließt im großen Strom des Lebens mit, sie kennt deinen Weg, und du kannst ihr absolut vertrauen.

Ich wünsche dir einen nährende Berührung mit deiner Seele und viel Freude beim Singen und Tönen.

Liebe Grüße

Christa Maria Mara

24. Tag im Advent 2016

Guten Abend,

jetzt stehen wir vom Jahreskreislauf her direkt davor, die letzten Schritte ganz in die tiefste Dunkelheit, die längste Nacht hineinzugehen.

Was war das in den Zeiten,

als die Menschen noch eng an die Natur angeschmiegt lebten,

an den langen Abenden höchstens eine Kerze oder ein Öllicht zur Verfügung hatten,

ein alljährliches Einüben, sich der Dunkelheit zu stellen, mit ihr zu gehen,

hinein ins Ungewisse, jegliche Kontrolle verlieren oder loslassen, hingegeben und gänzlich eingetaucht in das, was gerade ist.

Wer ganz gesammelt am eigenen Herzenslicht weilen kann, während die Füße ihn durch die Dunkelheit tragen, geht kraftvoll und gestärkt daraus hervor, erlebt sich eigenständig und frei, während alles ihm dienend verbunden ist.

Fehlt diese Zentrierung im inneren Licht, dann wachen die Dämonen auf und es wird für die Ängste ein leichtes Spiel, uns davon abzuhalten, den Weg konsequent bis zum Wendepunkt zu gehen. So kann das neue Kind bestenfalls krank und schwächlich geboren werden, wenn es nicht gleich als Totgeburt kommt.

Wenn die Raupe ihre Auflösung verhindern wollte, gäbe es nie den Schmetterling, der seine Flügel ausbreitet.

Wir wissen nicht, wie sich das Bewusstseins des Schmetterlings anfühlt,

aber wir wissen, dass wir Menschen schon unzählige Male inkarniert waren, und es jetzt wieder sind: um den Weg unserer Seele in ihre Vollkommenheit zu gehen.

Zu gehen, bis sie sich ihrer wieder ganz und ohne jede Einschränkung bewusst geworden ist und erkannt hat, dass sie gar nichts anderes sein kann als Gott und Götting in Einheit-und gleichzeitig deren Kind, das Christuskind.

Und so lade ich dich ein, deine Stube zum Empfang zu schmücken, so, wie es für dich schön ist,

und dann in die längste Nacht dieses Jahres – und, wenn du magst, in die Nacht deines momentanen Lebens- hineinzugehen,

dich segnen lassend und diesen Segen in die Nacht mitnehmend,

bereit, am Feuer der Augen des Lebens dein Opfer zu entzünden und zu verschmelzen in die Erfahrung

„Ich bin“.

Hier kannst du das Gedicht

„Ich will Du sein“ von Rainer Maria Rilke lesen, weiter unten findest du dann den Link zum gesprochenen und musikalisch untermalten Text aus dem Rilke-Projekt.

Ich erlebe es im Moment als eine sehr stärkende und heilkräftige Erfahrung, mich mit den derzeitigen Dunkelheiten in meinem Leben immer mehr zu befreunden und sie als einen liebevollen Raum anzunehmen, der mir die Möglichkeit zu großen Erfahrungen schenken will.

Deshalb lade ich dich gerne ein, dir in diesen Tagen ebenfalls diese Erfahrung zu gönnen.

Vielleicht locken dich Rilkes hingebungsvolle Worte, dich darauf einzulassen:

Ich will Du sein

Ich will leise Träume träumen

Und mit ihrem Glanz wie mit Ranken meine Stube schmücken zum Empfang

Ich will den Segen Deiner Hände auf meinen Händen und meinem Haar in meine Nacht mitnehmen

Ich will nicht zu den Menschen reden

Damit ich den Nachklang Deiner Worte

(der wie ein Schmelz über den meinen zittert und ihren Klang reich macht)

Nicht verschwende und ich will nach der Abendsonne in kein Licht mehr sehen

Um am Feuer Deiner Augen tausend leise Opfer zu entzünden…

Ich will aufgehen in Dir

Wie das Kindergebet im lauten jauchzenden Morgen

Wie die Rakete bei den einsamsten Sternen

Ich will Du sein.

Rainer Maria Rilke

Auch wenn morgen die längste Nacht des Jahres ist, wird die Entwicklung noch eine Zeit lang scheinbar an diesem Wendepunkt ruhen, so dass wir uns in unserem Tempo darauf einlassen können.

Davon werde ich im Zusammenhang mit den 12 Raunächten, die jetzt beginnen, noch erzählen.

Ich wünsche dir eine gesegnete Nacht, und einen gesegneten Tag, denn beide sind eines, sind eins.

Herzliche Grüße

Christa Maria Mara

23. Tag im Advent 2016


Einen guten Abend wünsche ich dir,

heute ist mir beim Räumen „zufällig“ ein Buch aus dem Regal gefallen, das ich schon lange nicht mehr in den Händen hatte. Beim Blättern darin bin ich hängen geblieben und habe mich, wie schon vor Jahren, nähren und bewegen lassen von den wunderbaren seelen-berührenden Gedanken und starken sprachlichen Bildern. Da werden beispielsweise die Jahreszeiten als die Liturgie der Landschaft und der Natur bezeichnet.

Es handelt sich um das Buch „Landschaft der Seele“, von dem irischen Philosophen, Poeten und Theologen John O’Donohue. Er hat in Tübingen Theologie studiert und dort im Jahr 1990 über Hegel promoviert. 2008 ist er in Avignon im Alter von 52 Jahren gestorben.

Hier ein Textabschnitt, der heute zu dir will:

….Wenn wir uns gestatten, die Person zu sein, die wir sind, dann wird alles seinen Rhythmus finden.

Wenn wir das Leben führen, das wir lieben, dann werden wir Schutz und Segnungen empfangen.

Nicht selten rührt der Mangel an Segen in und um uns von der Tatsache her, dass wir eben nicht das Leben führen, das wir lieben,

sondern dasjenige, das von uns erwartet wird. Wir sind gleichsam aus dem Takt gekommen, haben den Rhythmus der geheimen Signatur und des Lichts unseres eigenen Wesens verlassen.

Jede Seele ist anders gestaltet. Jedem Menschen ist ein geheimes Schicksal vorbestimmt. Wenn wir versuchen, das nachzumachen, was andere getan haben, oder uns in eine vorgefertigte Form zwingen, dann verraten wir unsere Individualität.

Wir müssen zu unserer Einsamkeit zurückkehren. Wir müssen den Traum wiederfinden, der am Herdfeuer unserer Seele liegt.

Wir müssen diesen Traum mit der Verwunderung eines Kindes fühlen, das sich der Schwelle einer Entdeckung nähert.

Sobald wir unsere kindliche Natur wiederentdecken, betreten wir eine Welt voll freundlicher Möglichkeiten.

Wir werden uns dann weit häufiger als zuvor an diesem Platz finden- an diesem Ort der Ruhe, der Freude und der Feier.

Die falschen Bürden fallen von uns ab.

Wir finden unseren eigentlichen Rhythmus wieder.

Unsere Erd-Gestalt lernt allmählich, in Schönheit auf dieser herrlichen Erde zu wandeln.

Magst du dir heute die Zeit schenken, dich für eine kleine Weile am Herdfeuer deiner Seele niederzulassen, ganz bei dir, einsam, beim Samen deines Eins-Seins?

Vielleicht spürst du dort die geheime Signatur deiner Seele auf,

mit der Verwunderung deines inneren Kindes angesichts der freundlichen Möglichkeiten deines Lebens.

Ich wünsche dir eine innige Zeit mit dir, in der die Bürden von dir abfallen und dein eigener Rhythmus dich durchflutet.

Liebe Grüße ganz von Herzen

Christa Maria Mara

21. und 22. Tag im Advent 2016

Liebe Menschen,

leider hat mir die Technik einen Streich gespielt und mich daran gehindert, gestern ein Adventstürchen zu schicken.

Jetzt ist mir mein PC offensichtlich wieder zu Diensten, und ich hoffe, dass ich dir vielleicht heute noch zu einer besinnlichen, entspannenden und heilsamen Viertelstunde verhelfen kann.

Eines der ältesten und kraftvollsten Mantren aus den Veden ist das Tryambakam –Mantra.

Der Text ist in Sanskrit geschrieben, der heiligen Ursprache Indiens. Wenn diese Sprache gesprochen oder gesungen wird, dann, so sagt das alte Wissen, entsteht dabei genau die Schwingung, die der Schwingung des genannten Wesens oder der genannten Qualität direkt entspricht. Die Worte sind also nicht nur vereinbarte Bezeichnungen für etwas oder jemanden, sondern sie sind die Energie der Sache oder Person selbst.

Aus diesem Grund sind die Mantren sehr wirkkräftig.

Das Tryambakam-Mantra bewirkt Vergebung,

befreit von karmischen Altlasten,

es schenkt Schutz- auch und besonders auf Reisen,

es öffnet und befreit zur umfassenden Erkenntnis und schenkt Heilung.

Und es wird sehr gerne zum Geburtstag als Geschenk gesungen..

Für den Dalai Lama ist es das wichtigste und stärkste Mantra.

Er bezeichnet es als „lebensspendendes Mantra“.

Auch wenn die Worte aus sich selbst heraus wirksam sind, gleichgültig, ob der Verstand die Bedeutung nicht weiß, möchte ich dir hier die Übersetzung von Dalai Lama zu dem Gesang dazugeben, den du unten anklicken kannst.

Ich meditiere und unterwerfe mich dem göttlichen Sein,

das die Kraft des Willens, die Kraft der Erkenntnis

und die Kraft der Aktivität verkörpert.

Ich bete zum göttlichen Sein,

das sich im Duft der Blume des Lebens offenbart

und die Pflanze des Lebens immerdar nährt.

Wie ein geschickter Gärtner die reife Frucht gekonnt pflückt,

so möge er mich auf der physikalischen, psychologischen und spirituellen Ebene von jeder Angst befreien.

Möge der unsterbliche Gott in mir wohnen,

mich von Tod, Zerfall und Krankheit befreien.

Möge er mich in das göttliche Reich führen

und meinen Tod in Unsterblichkeit wandeln.

Dalai Lama

In Sanskrit:

Om Tryambakam Yajāmahe
Sugandhim Pushtivardhanam
Urvārukamiva Bandhanān
Mrityor Mukshīya Māamritāt

Erwähnen möchte ich noch, dass mir in meiner letzten Mail leider ein Versehen passiert ist:

Der im Video gesprochene Text war natürlich von Hermann Hesse, nicht von Rainer Maria Rilke, von dem ich zuerst ein Gedicht ausgewählt hatte, das sich dann doch nicht stimmig anfühlte.

Jetzt lade ich dich ein, dich ganz in den Klang der heiligen Laute, gesungen von einer wunderbar tragenden sonoren Stimme, hineinfallen zu lassen

und wünsche dir eine gute Zeit mit dir in deinem göttlichen Sein.

Herzliche Grüße

Christa Maria Mara

20. Tag im Advent 2016


Die dritte Woche dieses Advents beginnt auszuklingen.

Ich vermute, dass in dieser doch sehr schnelllebigen

– oder auch kurzatmigen- Zeit,

auch deine Woche angefüllt war mit vielerlei Tätigkeiten, Terminen,

Verpflichtungen, Herausforderungen und Prozessen verschiedenster Art.

Vielleicht hast du heute Abend, ähnlich wie ich, das Bedürfnis,

stiller zu werden, zur Ruhe zu kommen, nach innen zu lauschen.

Vielleicht auch möchte manches in Frieden in dir gebracht werden,

in eine gute, lebendige Spannung zueinander,

vom verspannenden „Entweder-Oder“,

in ein ausbalanciertes „Und“.

Nur so können wir mit dem Lebensstrom mitfließen, uns hingeben

und uns von ihm tragen lassen.

Nur so sind wir ganz.

So tragen wir Sonne und Mond in uns.

Der eine Himmelskörper in uns gibt,

der andere nimmt,

– vom Licht aus der gemeinsamen Ursprungs-Quelle.

Vielleicht magst du im Hören der Worte von Rainer Maria Wolke,

unterstützt von Musik und eindrücklichen Bildern,

diese Wirklichkeit tief in dich hineinfallen lassen.

Ich wünsche dir ein erholsames und nährendes Spiel der Ergänzung,

sei es in dir selbst,

oder auch im Zusammenspiel mit anderen Menschen.

Herzliche Grüße

Christa Maria Mara

19. Tag im Advent 2016


Guten Abend liebe Menschen,

ich kann nicht wissen, wie es dir damit geht,

aber für mich hat die diesjährige Adventszeit einen wesentlich anderen Charakter, es strömt eine andere Grundenergie ein als in früheren Jahren.

Noch nie habe ich in einem Advent so deutlich gespürt, dass etwas wirklich Neues in das Leben kommen will.

Ich nehme wahr, wie nach und nach Gewohntes, und auch über lange Zeit hinweg Liebgewonnenes, abfällt – wie die Blätter von den Bäumen, weil sie keine nährenden Inhaltsstoffe mehr bekommen und in sich tragen.

Anderes wiederum kommt in ähnlichem Gewand wie bisher daher, ist aber mit einer neuen Frische und Klarheit, mit Lebenskraft und Lebendigkeit aufgeladen.

Je mehr ich mich auf das Mysterium der Dunkelheit einlasse- und dazu gehört auch und ganz entscheidend der Mutterschoß- umso jüngere und umso mehr unverbrauchte Kräfte, Energien, Gedanken….steigen in mir selbst, in meinem Fühlen, Denken, Tun auf.

Noch gestern Nacht, nach der Gebärmuttersegnung, habe ich die Lieferung einer kleinen Nordmanntanne im Topf in Auftrag gegeben.

Und meine Vorfreude auf den Moment, in dem ich diesen jungen, lebendigen Baum in unserer Wohnung begrüßen kann, ist riesengroß.

Wie schön wird es sich anfühlen,

diesen lebendigen Gast für einige Tage bei uns beherbergen zu dürfen,

das neu geschenkte heilige Leben mit ihm zu feiern,

und ihn dann sorgsam an einen guten Platz auszusiedeln,

an dem er weiter wachsen und gedeihen,

sich tiefer und tiefer in der Erde verwurzeln,

sein Potenzial entfalten und seine Schönheit und Lebenskraft zum Ausdruck bringen kann.

Wer ihn kennengelernt hat bei uns, wird ihn bewusst besuchen können und irgendwo da draußen einen Freund haben….

Eine Nordmanntanne hatten wir schon oft als Weihnachtsbaum

· bisher groß und stattlich- ein glanzvoll geschmückter Leichnam, er endete leider direkt im Müll

· dieses Mal klein, frisch, mit lebendigen Wurzeln in der Erde, wird weiterleben in der freien Natur unter dem Gewölbe des Himmels, beschienen von Sonne, Mond und Sternen, umgeben vom Zwitschern der Vögel, dem Summen der Bienen, dem Geruch von Waldboden, Pilzen, Moosen, Kräutern …

Ähnliche Wandlungsprozesse nehme ich auf vielen Ebenen und in den verschiedensten Zusammenhängen wahr. Es ist wie ein sanfter, fast versteckter Paradigmenwechsel.

Man könnte zunächst meinen, das Alte wird hervorgeholt und reaktiviert,

doch nach und nach beginnen ein ganz köstlicher Duft und eine Energie von Freiheit sich zu verströmen, die die Ahnung von einer neuen Erde und geheiltem Leben schenken.

So geschieht dies auch mit manchen Worten und moralischen oder christlichen überbrachten Werten.

Wer kennt nicht die Aufforderung, zu vergeben, zu verzeihen?

Nicht selten schwang dabei als Unterton mit:

„nimm dich selbst nicht so wichtig!“

„geh über dich selbst hinweg!“

„mache dich demütig klein, dann bist du gut!“

„Kümmere dich immer erst und nur um das Wohl der anderen!“

….

Je mehr wir uns aus diesen dogmatischen Zwängen herausschälen,

uns selbst als liebenswertes, grundsätzlich geliebtes, wunderbares Wesen annehmen und lieben lernen, den Platz unserer Wahrheit wieder einnehmen,

umso mehr erleben wir uns in die Lage versetzt, die energetische Dynamik zu verstehen, die in diesen Worten, moralischen Postulaten und Imperativen verborgen ist. Wir können sie als Angebote wahrnehmen, uns aus freier Entscheidung auf den natürlichen Fluss der Liebe einzulassen.

Es ist, wie wenn ein roher Stein im Schleifprozess zum leuchtenden Kristall wird.

Veredelungsarbeit.

Viel habe ich mich in den vergangenen Jahren mit Vergebung beschäftigt, mit Verzeihen, Versöhnen, radikal und an die Wurzel gehend,

und ich bin mir dadurch sicher, dass das Vergeben und Verzeihen einer der Hauptschlüssel zu Frieden und Heilung unseres Lebens ist.

Desmond Tutu, der Friedensnobelpreisträger, ehemaliger anglikanischer Bischof, Menschenrechtler u.a. hat zusammen mit seiner Tochter ein Buch und darin den wunderbaren folgenden Text geschrieben:

Ich vergebe dir.

Diese Worte sind so klein, aber ein Universum liegt in ihnen verborgen.

Wenn ich dir vergebe, verschwinden die Fesseln von Groll, Schmerz und Traurigkeit, die mein Herz gefangen hielten.

Wenn ich dir vergebe, wirst du mich nicht länger definieren. Du hast mich eingeschätzt, beurteilt und entschieden, mir Schmerzen zuzufügen. Ich zählte nicht,

aber ich vergebe dir, denn ich bin wertvoll.

Ich bin größer als das Bild, das du von mir hast.

Ich bin stärker, ich bin schöner und ich bin unendlich kostbarer, als du glaubtest. Ich vergebe dir.

Meine Vergebung ist kein Geschenk von mir an dich.

Wenn ich dir vergebe,

wird meine Vergebung zum Geschenk für mich.

Ich lade dich herzlich ein, jede Zeile dieses Gedichtes wirklich zu kosten.

Du kannst z.B. für einige Minuten in die Stille gehen, und dann in Abständen jeweils eine Zeile mehrfach laut lesen,

spüren,

dir das Beschriebene bildlich vorstellen,

dich fühlen,

dieses große, ausgedehnte Bild von dir,

– deiner göttlichen Ausdehnung,

– deiner Freiheit,

wahrnehmen, fühlen….

Wahrnehmen, wie die alten energetischen Bindungs-und

Verstrickungsfäden sich lösen

und du frei bei dir bist.

Jetzt kannst du deine Flügel ausbreiten,

dich in Freiheit erheben über das Gefängnis,

in dem deine Kraft gefesselt war.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen eine beglückende

freiheitlich wohl-lustige

und wolllüstige Zeit mit dir,

in der du das ganze Universum in diesen einfachen Worten:

„ich vergebe dir“ erfahren darfst,

ganz liebe Grüße
Christa Maria Mara

18. Tag im Advent 2016


Heute am 14. Dezember und Vollmondtag kommen in mehr als 150 Ländern weltweit Frauen zur Gebärmuttersegnung zusammen.

Gleich gehe ich los, um mich in meiner Praxis zusammen mit einem kleinen Kreis von Frauen in dieses weltweite Segnungsnetz einzubinden, eine Mondmeditation und ein Ritual miteinander zu vollziehen.

Deshalb bleibt jetzt wenig Zeit zum Schreiben, und so schicke ich dir ganz einfach ein Lied.

Wer schon einmal eine Mondmeditation gemacht hat, hat wahrscheinlich erlebt, wie weich und sanft die große Friedenskraft sich anfühlt, die dabei einzuströmen beginnt,

In Frieden sein, ganz zufrieden allem zustimmen, wie es gerade ist. Der Frieden in unserer Welt entsteht durch den Frieden in uns. Die Indianer nennen deshalb den inneren Frieden den ersten Frieden, weil ohne ihn kein Frieden im Außen entstehen kann.

Ich hoffe, du kannst für dieses Lied mit dem bayrischen Dialekt in Frieden sein und es genießen.

„Ois is guad“- „Alles ist gut“- singt die bayrische Maya-Schamanin Martina Schröder, die ich sehr schätze.

Hier der Text in Hochdeutsch:

Alles ist gut, alles ist gut,

so, wie es jetzt ist, so soll es gerade sein.

Alles ist gut, alles ist gut,

ich bin bei mir,

ich bin daheim.

Alles ist gut…

……

Ich bin nicht allein,

ich bin dabei.

……

Ich bin bei mir.

Ich bin dabei.

….

Bin nicht allein,

ich bin dabei.

Ich wünsche dir einen friedvollen Abend mit dir.

Herzliche Grüße

Christa Maria Mara